Nicht nur traurig sondern krank!

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Nicht nur traurig sondern krank!






Unter der Oberfläche


In der Alltagssprache wird depressiv häufig mit einem leichten Stimmungstief gleichgesetzt. Aber Menschen mit Depressionen sind mehr als nur traurig: sie sind krank! Die Symptome sind dabei von Mensch zu Mensch verschieden. Eine Depression kann immer unterschiedlich verlaufen und immer andere Ursachen haben. Manche sind erschöpft, müde und antriebslos, oder leiden unter Schlafstörungen, andere leiden unter Gewichtszu- oder Abnahme. Es gibt allerdings auch Menschen denen man eine Depression auf den ersten Blick vielleicht gar nicht ansieht.
Depressive Menschen sehen pessimistisch in die Zukunft und fühlen sich wertlos. Manchmal führt das bis hin zu Todesgedanken und konkreten Suizidplänen oder sogar Selbstmordversuchen. Manche haben Schuldgefühle, einige leiden auch an körperlichen Beschwerden wie Magenproblemen oder Kopfschmerzen. In schweren Fällen lassen sie sich gar nicht mehr aufheitern und fühlen sich emotional völlig leer. Sie leiden dann häufig auch unter einem Morgentief und bewegen sich entweder besonders langsam oder nervös und fahrig.
5,3 Millionen ist eine emens große Zahl. Zum Vergleich liegt die Zahl der Neuerkrankungen an Krebs bei etwas 476.000 Menschen pro Jahr.
Trotzdem fällt es schwer sich so eine Zahl vorzustellen.

Der Ursprung allen Übels


Die Ursachen depressiver Erkrankungen sind vielschichtig und können nach heutigem Stand der Wissenschaft nur teilweise erklärt werden. Es gibt keinen eindeutigen Auslöser oder eine physische Veränderung, die eine Depression hervorruft. Es wird davon ausgegangen, dass mehrere Faktoren zu einer Depression führen bzw. diese auslösen. Dazu gehören:

• Genetische Ursachen
• Neurobiologische Ursachen
• Persönlichkeitsbezogene Ursachen


Wenn auf Regen kein Sonnenschein folgt


Wenn man über Depressionen spricht ist es wichtig sich bewusst zu sein, dass Depression nicht gleich Depression ist. Man unterscheidet bei Depressionen zwischen verschiedenen Arten. Diese verlaufen unterschiedlich und können auch unterschiedliche Ursachen haben. Man unterscheidet in:

• Chronische Depression (Dysthymie)
• Unipolare Störung
• Bipolare Störung

Depressionen können jeden Menschen in jedem Alter treffen. Egal ob Kinder, Jugendliche, Erwachsene oder Senioren. Auch wenn Frauen häufiger betroffen sind, erkranken auch viele Männer jährlich an Depressionen.
Wie eine Depression verläuft ist bei jedem Menschen unterschiedlich. Eine typische depressive Episode dauert im Schnitt sechs bis acht Monate. Die Hälfte aller Betroffenen erleidet im Durchschnitt nach fünf Jahren einen Rückfall, jeder Dritte erholt sich ohnehin nur teilweise.





Im Labyrinth der Gedanken


Eine Depression wirkt sich auf den ganzen Körper aus, sowohl physisch als auch psychisch. Depressive Personen sind oft in sich gekehrt und grübeln viel. Sie sind in ihren Gedanken verloren und finden keinen Ausweg mehr. Allerdings gibt es noch weitere psychische Symptome:

• Depressive Stimmung (keine Trauer!)
• Interessenverlust, Freudlosigkeit
• Antriebsmangel, erhöhte Ermüdbarkeit
• Störungen der Konzentration/Aufmerksamkeit
• vermindertes Selbstwertgefühl/-Vertrauen
• Gefühle von Schuld und Wertlosigkeit
• negative und pessimistische Zukunftsvorstellungen

Depressionen von Kopf bis Fuss


Neben der Psyche kann sich eine Depression auch auf andere Teile des Körpers auswirken. So klagten depressive Menschen auch häufig über physische Symptome.
Da eine Depression bei jedem Menschen anders verläuft hat auch nicht jeder Mensch die gleichen Symptome (sowohl psychisch als auch physisch). Manche Menschen nehmen beispielsweise, während einer Depression zu während andere Menschen abnehmen. Auch Herz-Kreislauf, sowie Magen-Darm-Trakt können von einer Depression betroffen sein. Zudem können noch weitere allgemeine Symptome auftreten:

• Verstopfungen
• Appetitstörungen
• Schlafstörungen



Die Tickende Zeitbombe


Eine Depression ist eine lebensbedrohliche, ernstzunehmende Krankheit. In Deutschland sterben jährlich circa 10.000 Menschen durch Selbsttötungen (Suizide) und etwa 150.000 Menschen versuchen es. Somit versuchen immer etwa 15% der Erkrankten sich das Leben zu nehmen, 20 bis 40 % einen Selbstmordversuch zu begehen und bis zu 80 % der Patienten denken im Rahmen ihrer Erkrankung darüber nach.
Die Häufigkeit der Selbsttötungen in Deutschland übertrifft damit bei Weitem die der Verkehrstoten. Mit zunehmendem Alter steigt die Zahl der Selbsttötungen bei depressiv Erkrankten an. Unter den depressiv erkrankten Menschen setzen mehr als doppelt so viele Männer wie Frauen ihrem Leben selbst ein Ende.


Wenn die Kraft aufgebraucht ist


Suizid kann auf viele Arten und Weisen vollzogen werden. Die meisten Menschen wählen den Freitod durch Erhängen. Aber auch der Sturz von hohen Gebäuden oder der Missbrauch von Medikamenten sind oft genutzte Suizidformen.
Misslingt der Suizidversuch können die Menschen starke gesundheitliche Schäden zurückbehalten.
Besonders tragisch ist ein Suizid nicht nur für Angehörige der Opfer sondern je nach Suizidform können auch Außenstehende betroffen werden. So gab es in der Vergangenheit immer wieder so genannte erweitere Suizide bei denen Außenstehende ebenso ihr Leben lassen müssen. Auch Zugführer können beispielsweise ihren Job nicht mehr weiter machen nachdem sich ein Mensch vor den Zug geworfen hat den sie steuern und sind bis an ihr Lebensende traumatisiert.

Kein guter Plan


Wer einen Suizid plant macht meistens im Vorfeld darauf aufmerksam. So kündigen im Durchschnitt acht von zehn Menschen einen Suizid vorher an. Aber es gibt noch weitere Anzeichen die auf einen drohenden Suizid einer Person hinweisen können:

• zunehmende gedankliche Einengung
• Vernachlässigung der sozialen Beziehungen
• Aufgeben gewohnter Interessen und Aktivitäten
• konkrete Vorbereitungen zu einer Suizid- Handlung oder bereits 
durchgeführte und eventuell abgebrochene Suizid-Handlungen
• unerwartet auftretende Ruhe nach Suizid-Äußerungen
• plötzliche Änderung der Stimmung
• fehlende Steuerungs-/Absprachefähigkeit

Es geht wieder Bergauf!


Wie bei anderen Krankheiten gibt es auch bei Depressionen Hilfe. Eine Depression lässt sich in der Regel mit Psychotherapie oder Antidepressiva gut behandeln. Beides kann auch miteinander kombiniert werden. Welche Therapie und Behandlung am hilfreichsten ist richtet sich auch nach der Schwere der Depression und muss von Fall zu Fall neu entschieden werden.
Depressionen sind keine Schande, man sollte sich immer Hilfe suchen und die Depression behandeln lassen, da sie sonst vielleicht abklingt aber niemals ganz verschwindet und immer wiederkehren kann.

Sind Sie oder Menschen in Ihrem Umfeld betroffen und Sie brauchen Hilfe und Informationen wenden Sie sich bitte an die deutsche Depressionshilfe:

Telefon: 0800 3344533
Web: www.deutsche-depressionshilfe.de

Beitrag zum Welttag der Suizidprävention 2019

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